SCHOLL - Die Knospe der Weißen Rose

Komponist: Hoffmann Titus/Borchert Thomas
Gattung: Songbook

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Überraschung! Die „Knospe der Weißen Rose“ ist nicht Sophie Scholl. Es ist ihr Bruder Hans. Er trägt den Spross der späteren Widerstandsgruppe in sich und wird sie zum Blühen bringen.
Im Musical von Titus Hoffmann und Thomas Borchers steht nicht Sophie im Mittelpunkt. Sie ist hier – wie in der Realität – mit dabei, doch wichtiger sind Hans Scholl, Alexander (Shurik) Schmorell und Traute Lafrenz. Hinzu kommen Inge Scholl, Freddy und Ulla. Es geht um ihre Liebeswirren und den Ursprung der „Weißen Rose“. Eine Skitour der sieben jungen Leute zur Coburger Hütte in Tirol hat es zum Jahreswechsel 1941/42 tatsächlich gegeben.
In der eingeschneiten, einsamen Skihütte sind sie ganz auf sich gestellt und ihre Gefühle wirbeln durcheinander:
Sophie hält zwar zu ihrem Freund Fritz, der ist aber als Berufsoffizier oft an der Front, zudem hatte er eine Affäre mit einer anderen. Shuriks „Herzdame“ Angelika ist verheiratet und lebt in Norddeutschland. Inge hofft, der Freund der Familie Ernst Reden werde sie heiraten. Der aber liebt Jungen und Männer und würde lediglich eine Tarnehe mit ihr eingehen.
Hans hatte 1935/36 mehr als ein Jahr lang eine homosexuelle Beziehung zu einem Jungen seiner Jugendgruppe. Für ihn war dieser Rolf seine „große Liebe“. Eine Romanze, die im Sommer 1941 Traute und Hans miteinander verband, zerbrach nach wenigen Wochen; doch die junge Studentin blieb der Schollfamilie verbunden.
In diesen Gefühlswirbeln ist nur eines sicher: die Seelenverwandtschaft zwischen Hans und Shurik. Sie wird die Basis der Flugblätter. Ohne Hans hätte es die „Weiße Rose“ nicht gegeben, aber nur mit Alexander gelangen die vier ersten Schriften. (Sophie wird erst bei den letzten beiden Blättern maßgeblich aktiv.) In der Skihütte ist Shurik körperlich nicht dabei, in Hans’ Gedanken ist er gegenwärtig und sie tauschen sich aus. Die jungen Menschen eint „die Suche nach etwas Höherem.“ Wofür lohnt es sich, zu brennen, „Flamme“ zu sein? Der Theaterbesucher kann sie voller Gefühl auf diesem Weg begleiten. Musical ist Unterhaltung, keine Dokumentation, aber das Spiel sollte, um glaubhaft zu sein, nicht den Tatsachen widersprechen. Den Autoren ist die Balance von Show und Realität gelungen. Bei aller künstlerischen Freiheit und Fantasie bleibt das Stück nahe an der Historie.
Es ist eine gelungene poetische Annäherung: So könnten die Sieben gedacht und gefühlt haben. Die Stärke der Aufführung liegt zudem darin, dass sie nicht zukünftige mutige Freiheitskämpfer zeigt, sondern Menschen, die trotz einer tief dunklen Zeit einfach glücklich sein wollen – keine überlegenen Helden, sondern noch Suchende. Die Zuschauer werden ermutigt, zu sich selbst zu stehen und sich für die Freiheit einzusetzen – auch für die Freiheit Andersdenkender.
 
Das Songbook präsentiert alle musikalischen Höhepunkte des Musicals in authentischen Arrangements und lädt Sängerinnen, Sänger sowie Musikerinnen und Musiker dazu ein, die emotionale Tiefe und energiegeladene Dynamik dieser außergewöhnlichen Geschichte selbst zu gestalten.
 
Inhalt
    • Diese Worte bleiben
    • Glück
    • Flamme sein!
    • Der Doppelgänger
    • Schicksal oder Glück
    • Ein Windlicht
    • Schweigen
    • Propaganda
    • Gemeinsam
 
 
 

Artikel-Nr.: 311926
30,90