Im Fluss zum 1. Ton

    Komponist: Eß Christoph
    Format: A4
    Verlagsnummer: E2574A
    Besetzung: Instrumentalnoten für Horn

    Analyse, Strategien und nachhaltige Lösungen.
     
    Das neue Buch von Christoph Eß zu diesem wichtigen Thema "Anspielblockade" Viele HornistInnen sind von diesem Thema betroffen und finden hier endlich Lösungen.
     
    A. Was ist eigentlich eine Anspielblockade?
    Die Anspielblockade beschreibt eine Spielstörung beim Toneinsatz, bei der der vorbereitete Luftstrom nicht frei ins Instrument gelangen kann. Obwohl die Atmung
    bereits erfolgt ist und genügend Luft zur Verfügung steht, wird deren Freigabe
    unwillkürlich gehemmt. Ursache ist dabei weniger eine aktive Fehlfunktion der Zunge
    als vielmehr eine gestörte Koordination zwischen Luftimpuls und Zungenbewegung: Die
    Zunge verbleibt in einer Position, die den Luftstrom zurückhält, anstatt von ihm
    mitgenommen und nach vorne-unten freigegeben zu werden. Charakteristisch ist das Gefühl eines Festklebens der Zunge im Mundraum, häufig im
    Bereich des Gaumens. Die Luft ist innerlich vorbereitet und druckbereit, kann jedoch
    nicht in Schwingung umgesetzt werden. Dadurch entsteht eine irritierende Verzögerung
    oder ein vollständiges Ausbleiben des Toneinsatzes.
    Ein zentraler Aspekt ist dabei der Verlust der natürlichen Entspannungsfähigkeit der
    Zunge: Im physiologischen Ablauf fällt die Zunge mit dem Tonbeginn nach vorne-unten
    und gibt den Luftstrom frei. Diese Entspannung wird bei der Anspielblockade gestört. Die
    Zunge bleibt in einer erhöhten, spannungsgeprägten Position, anstatt sich durch den
    Luftimpuls lösen zu lassen.
    Das Phänomen tritt besonders häufig beim ersten Ton einer Phrase oder nach Pausen auf,
    insbesondere bei Einsätzen ohne klaren äußeren Puls (undirigierte Einsätze).
    Betroffene beschreiben die Situation oft als Nicht-durchkommen oder blockiert sein nicht, weil keine Luft vorhanden wäre, sondern weil deren Freigabe im entscheidenden
    Moment gehemmt ist.
    Zentral für das Verständnis ist dabei die Umdeutung der Ursache: Nicht die Zunge stoppt, sondern die Luft wird nicht aktiv genug freigegeben, um die Zunge in die korrekte, freigebende Bewegung zu führen. Die Artikulation ist somit nicht Auslöser, sondern Folge einer unzureichend initiierten Luftbewegung.
    Artikel-Nr.: 321199
    € 15,32